Was essen Vegetarier in Südamerika?

Obst-essen-nahrungZugegeben: In Südamerika ist Fleisch allgegenwärtig. Schließlich gibt es in Argentinien mehr Rinder als Einwohner und Steaks sind elementarer Teil der traditionellen Küche. Ähnliches gilt für Chile und viele anderen südamerikanische Länder. Und doch können sich auch Vegetarier in Südamerika zu Hause fühlen, denn die regionale Küche ist vielseitig und hat einige fleischlose Leckerbissen zu bieten.

Argentinien: jenseits der Rindersteaks

Argentinier lieben Fleisch, das stimmt. Und sie setzen ihre Vorliebe auch hemmungslos in die Tat um, ist der Fleischkonsum in Argentinien doch doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Doch auch diese Tradition ist im Wandel, und so nähern sich immer mehr Argentinier der fleischlosen Küche an. In den Metropolen des Landes sind in den letzten Jahren einige vegetarische Lokale aus dem Boden geschossen – allein in Buenos Aires gibt es mittlerweile 30 Veggie-Restaurants. Was haben sie zu bieten?

Auf der Speisekarte stehen beispielsweise Pilze mit Chili und Kokosmilch oder Reis mit Rosinen und Birnen-Chutney. Oder wie wär’s mit einer argentinischen Gemüsebowle? Sie enthält typisch argentinische Gemüsesorten wie Mais und Bohnen, aber auch Gurken, Tomaten und Zwiebeln. Die Bowle schmeckt nicht nur lecker, sondern enthält viele wichtige Nährstoffe. Die Zutaten können natürlich auch als Salat verarbeitet werden und sind roh sogar noch gesünder.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, dass er nicht ausversehen Fleisch bestellt, sollte der spanischen Sprache auf alle Fälle mächtig sein. Denn gerade in den kleinen Städten und auf dem Land können Reisende nicht davon ausgehen, dass sie sich mit dem Kellner auf Englisch verständigen können. Für Touristen, die Land und Leute besser kennenlernen und gleichzeitig ihr Spanisch verbessern möchten, ist vielleicht ein Sprachaufenthalt das richtige. Manche Sprachreise-Anbieter vermitteln ihre Schüler an Gastfamilien, die sie kulinarisch gleich mitversorgen.

Chile: Mais, Chili und Avocados

Chile ist bekannt für seine frischen Feld- und Meeresfrüchte. Alle Vegetarier, die Fisch und Muscheln gerade noch durchgehen lassen, haben Glück gehabt. Aber auch alle anderen werden in Chile satt.

Exotische Früchte, die in Deutschland nicht immer und überall erhältlich sind, gibt es in Chile auf jedem Markt – noch dazu zu spottbilligen Preisen. Verpasst deshalb nicht die Gelegenheit, Artischocken, Avocados und Chirimoyas in ihrem Ursprungsland zu probieren. Cherimoyas hat wohl noch nicht jeder Deutsche gegessen: Die hellgrüne Frucht schmeckt sehr süß und ähnelt einer Mischung aus Erdbeere, Birne und Himbeere. Lecker!

Wer nicht selbst kochen möchte, kann sich ruhig in ein chilenisches Restaurant trauen. Natürlich gibt es hier viele Gerichte mit Huhn, Fisch oder Rindfleisch – aber auch die vegetarische Küche kommt nicht zu kurz. Ihr könnt euch guten Gewissens beispielsweise Tortilla de fideos finos bestellen. Das chilenische Nudelomelett erinnert ein wenig an Lasagne, ist doch viel Käse und auch ein guter Schuss Tomatensoße enthalten. Auch Guacamole con Chile ist ein leckeres fleischloses Gericht: Der Avocado-Dip wird gern zu Mais-Chips gereicht und ist dank der Chilischote recht scharf.

Eine unbegrenzte Auswahl habt ihr jedoch, wenn ihr euch beispielsweise in einer Ferienwohnung einquartiert. Dann steht euch eine eigene Küche zur Verfügung, die ihr prima nutzen könnt, um die leckeren regionalen Gemüsesorten ganz nach Belieben zu verarbeiten. Aber auch ohne Ferienwohnung werdet ihr in Südamerika gut über die Runden kommen. Gute Reise – und buen provecho!

 Artikel geschrieben von Jeannette Stowasser

0 Gedanken zu „Was essen Vegetarier in Südamerika?

  1. Doris

    „Für Touristen, die Land und Leute besser kennenlernen und gleichzeitig ihr Spanisch verbessern möchten, ist vielleicht ein Sprachaufenthalt das richtige. Manche Sprachreise-Anbieter vermitteln ihre Schüler an Gastfamilien, die sie kulinarisch gleich mitversorgen.“ => Ich habe bei einer Familie gelebt, nicht in Argentinien, sondern in Kolumbien. Und nicht durch eine Sprachreise vermittelt. ABER die haben ganz und gar nicht verstanden, dass ich kein Fleisch, keinen Fisch und auch keine Fleischsuppe wollte. Meist habe ich außerhalb essen müssen, weil mir der Reis trocken auch irgendwann bis … stand. Ich empfehle: Eigene Küche (wenn es sein muss in Hostels) und selbst kochen. Oder bei CouchSurfern & Co. die Küche nutzen! So habe ich Südamerika am liebsten gehabt. Que aproveche!

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