Das Leiden der Kühe

YOGAVIDYA-24Wenn unsere lieben Milch-Kühe es so schön hätten, wie hier rechts auf dem Bild, dann wäre die Sache mit der Milch wohl nur halb so schlimm – aber immer noch schlimm genug. Leider zeigt uns nur die Werbung solche schönen Wiesen auf denen weidende Kühe unter freiem Himmel auf einer saftig grünen Wiese stehen. Die Realität sieht etwas anders aus.

Eigentlich ist es logisch, dass Säugetiere nur dann Milch geben, wenn sie ein Baby bekommen. Denn die Milch ist die erste Nahrung für das Baby. Sonst gibt es keinen Grund, weshalb ein Säugetier Milch produzieren sollte. Denn die Milchproduktion kostet den Körper nur unnötig Energie. Für uns ist es aber schon so normal, dass eine Kuh Milch gibt, dass wir gar nicht mehr hinterfragen, warum sie das überhaupt tut.

Kühe müssen jedes Jahr geschwängert werden um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten. Jedes jahr wird eine Kuh künstlich befruchtet und ein paar Stunden, bestenfalls einen Tag nach der Geburt, wird ihr das Neugeborene entrissen. Wer schonmal auf einem Hof war, als ein solcher Akt gerade durchgeführt wurde und das Schreien der Kuh und ihres Baby mitbekommen hat, der wird diese Schreie wohl nicht mehr so schnell vergessen – sie gehen unter die Haut.

Die Mutter-Kind-Bindung ist bei Rindern sehr ausgeprägt. Folglich leiden die Tiere unter dieser Trennung sehr stark. Und diese Trennung findet, wie schon erwähnt, einmal im Jahr statt. Zwar könnte man die Kälber auch bei der Mutter lassen, dann müssten aber viel mehr Kühe gehalten werden, um den selben r zu bekommen. Das wäre bei dem heutigen Konsum an Milch weder wirtschaftlich noch ökologisch – was es im Endeffekt auch heute beides nicht ist. Denn den Schaden, den die Milchwirtschaft in der Umwelt anrichtet, werden wir irgendwann einmal zahlen müssen. Und wenn nicht wir, dann unsere Kinder.

Was passiert nun mit dem Neugeborenen? Die männlichen Kälber haben ein sehr kurzes Leben, meistens um die 4 Monate. Während dieser Zeit wird das Kalb – getrennt von der Mutter – in einer engen Box gehalten und bekommt meist eisenfreies Futter. Der Eisenmangel, unter dem das Kalb leidet, führt häufig dazu, dass das Kleine an den eisenhaltigen Gitterstäben an seiner Box knabbert. Oft wird dies dadurch unterbunden, dass die Gitterstangen abgeklebt sind. Warum überhaupt eisenfreies Futter? Weil der Kalbsfleisch-Esser gerne zart-rosa-farbenes Fleisch auf dem Teller hätte. Eine gewöhnliche Eisenzufuhr würde dafür sorgen, dass eine gewöhnliche Blutmenge produziert würde und die wiederum würde das Fleisch rötlich werden lassen.

Das Leid und der Tod der Kälber ist aber nur ein Grund, warum man auf Milch verzichten und sie durch gesunde Pflanzenmilch austauschen sollte.

Was passiert nun mit den weiblichen Kälbern? Es dauert nicht lange und auch sie werden, sobald sie geschlechtsreif sind, geschwängert. Schließlich muss das Vieh ja profitabel sein. Nachdem sie das erste mal gekalbt hat, gibt sie Milch. Und diese wird ihr täglich zweimal abgenommen. Dieses Prozedere: schwanger werden, Kalb abnehmen, täglich melken… ist nach 4-5 Jahren vorüber. Nicht, weil man meinen könnte, das Tier habe dem Menschen genug gedient. Nein, das arme Tier lässt in seiner Milchproduktionsleistung nach, ist somit nicht mehr rentabel und landet beim Schlachter.

Und das passiert bei Bio-Höfen genauso wie in der konventionellen Landwirtschaft. Für Milch-Eis, für Sahne, für Joghurt… für all diese Dinge – die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sogar ungesund für unseren Körper sind, Stichwort „China Study“ – werden Tiere gequält, ihr Leben lang versklavt… Und man kann fast sagen, glücklicherweise früh geschlachtet.

Aber gibt es denn Alternativen? JA, unzählige… Die Industrie hat gemerkt, dass die Menschen immer weniger Milchprodukte zu sich nehmen und war kreativ. Es gibt mittlerweile Sojadrinks, Mandeldrinks, Haferdrinks, Dinkeldrinks und viele Pflanzendrinks mehr. Diese hießen übrigens noch vor ein paar wenigen Jahren ebenfalls „Milch“… Aber soweit ich mich erinnere hat die Milchindustrie dafür gesorgt, dass man sie nicht mehr „Milch“ nennen darf. Vielleicht wollten sie damit verhindern, dass die Menschen von alleine – ohne solche Artikel wie diesen hier gelesen zu haben oder sich anderswo Informationen besorgt zu haben – auf die Idee kommen mal eine andere Milch auszuprobieren.

Quelle: http://www.yogan-om.de/vegan/tierrechte/rinder/

Warum keine Milch-Produkte? Vegan ist am besten: Sukadev spricht über die gesundheitlichen, ökologischen und tierethischen Gründe.

Im Yoga-Wiki findest Du noch mehr zum Thema Veganismus und im Abschnitt Vegane Alternativen eine Liste mit alternativen Produkten.

5 Gedanken zu „Das Leiden der Kühe

  1. Matthias

    Natürlich ist das alles nicht schön und man sollte sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

    Aber von diesen „Milch macht krank“-Bewegungen halte ich ehrlich gesagt nicht sonderlich viel. Beweise dafür gibt es imho nicht.

    Und ein zu viel an Soja-Produkten ist bekanntlich auch nicht das Gelbe vom Ei.
    Speziell für uns Europäer nicht.

    Man muss halt auch bei der Milch genau hinschauen, wo man kauft.
    Wir am Land haben da sicher leicht reden 😉

    Antworten
  2. Andrea Rupp

    Matthias,
    es gibt 2 Gründe weshalb man auf Tierprodukte verzichten kann, zum einen die Gesundheit der Tiere, also der Ethische Grund. zum 2. Die eigene Gesundheit bzw. die der eigenen Kinder.
    Das muss nun jeder für sich selbst entscheiden und mit seinem Gewissen vereinbaren.
    Deine Anmerkung:…man sollte sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, ist mir ehrlich gesagt zu lapidar, denn angesichts der Zustände, die durch die Nahrungsmittelindustrie in Gemeinschaft mit dem Verbraucher, entstanden sind, kommt man gar nicht mehr daran vorbei sich intensiv mit diesen Themen zu befassen und Du kannst mir glauben es ist ein verdammt steiniger Weg. Es lohnt sich aber ihn zu gehen, zum ersten für das eigene Verständnis von Verbrauchsabhängigkeit und deren Abbau, dann für die Sensibilisierung der Kinder für die Natur und deren Lebewesen, dann auf alle Fälle für das Tierwohl. Wer sich tatsächlich intensiv mit diesem Themen beschäftigt, wird kein Tierleid mehr verursachen wollen und freiwillig auf Tierprodukte jeglicher Art verzichten. Bei mir ist dieser Prozess leider sehr spät in Gang gekommen, aber ich habe festgestellt, dass mir nichts fehlt.
    Ich finde es auch richtig alle Aspekte zu hinterfragen und seinen Weg zu finden. Wer Soja als Alternative anpreist, sprich bewirbt, der macht mich ebenfalls skeptisch, dahinter wittere ich dann schnell ein finanzielles Interesse. Für mich persönlich gilt die Devise, Hinterfragung des eigenen Konsum- bzw, Kaufverhaltens und die Änderung desselben. Keine Discountware, das stärkt die Industrie und schwächt den Mittelstand, sondern nur ökologisch unbedenkliche Produkte, am besten beim Erzeuger oder in Bioläden, zu kaufen und zu verarbeiten. Das ist, wenn man es richtig macht nicht teurer sondern nur gesünder,spart den Arzt und reduziert den Müll, denn gute Lebensmittel lässt man nicht vergammeln. Wenn möglichst viele diesen Weg gehen, lässt dieses neue Kaufverhalten, hoffentlich irgendwann die Nahrungsmittelindustrie alt aussehen.
    Für mich persönlich gibt es nur einen Grund auf Tierprodukte zu verzichten, nämlich den Ethischen, alles andere würde, so fürchte ich eine Rückfälligkeit nach sich ziehen.
    A. Rupp

    Antworten
  3. Malte

    Hallo Andrea – ich sehe es genauso wie du! Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch aus ethischen sollte man auf tierische Produkte verzichten! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass z.B. Diabetes, Krebs oder Herzinfarkte bei Vegetariern und Veganern weitaus seltener vorkommen, als bei Menschen, die regelmäßig viel Fleisch verzehren. Viel wichtiger ist für mich aber auch, die Tierquälerei nicht zu unterstützen!

    Antworten
    1. Andrea Rupp

      Das glaube ich Dir gerne Malte, denn seit ich mich mit diesem Thema auseinandersetze bin ich nur auf gesunde Menschen gestoßen und wer die Ethik mit einbezogen hat, ist dabei auch noch glücklich.
      Ich bereue nur eins, und das aus tiefstem Herzen, nämlich dass bei mir erst mit 66 der Groschen gefallen ist, das ist mit Verlaub richtig Schei…. Wenn ich bedenke, dass ich mitschuldig bin am Leid dieser gequälten Tiere, dann
      schäme ich mich in Grund und Boden.

      Antworten
  4. Pingback: Milch-Alternativen: Eine riesige Auswahl | Vegetarier-Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.